Die Donau, die Theiß und die Sava teilt die Vojvodina in drei geografische Einheiten. Sie besteht aus 7 Verwaltungsbezirken. Die Bezirke sind in Gemeinde unterteilt – diese sind eigentlich kollektive Verwaltungseinheiten von mehreren kleinen Dörfern und Städten. Wenn wir sie nach ihrer Größe betrachten, ähneln sie der ehemaligen ungarischen Regionen.


Totovo Selo (ungarisch: Tóthfalu) liegt in der Gemeinde Kanjiža. Eine junge Siedlung die 1902 gegründet wurde, als der Gutsbesitzer József Tóth einen Teil seines Landbesitzes unter seinen Lohnempfängern verteilte. In der Siedlung, die fast komplett ungarisch ist, werden den Touristen Unterkünfte in Gästehäuser ungarischer Familien angeboten. Neben dem Besuch der Ethnohäuser, Kutschenfahrten und Programmen im Zusammenhang mit Volksbräuchen, haben die Gäste auch die Möglichkeit lokale Spezialitäten, Kuchen und Schnaps zu kosten. Details: www.delvidekiportya.mlap.hu.

 

Photo by: Balla Béla

 

Šupljak (ung. Ludas) ist in der Gemeinde Subotica zu finden. Sehr schön und interessant ist der “Ludaš” See, der 4,5 km lang ist und mit einer Fläche von 328 Hektar neben der Siedlung liegt. Der See ist ein spezielles Naturschutzgebiet und der einzige relativ erhaltene Puszta-See. Wegen seiner reichen Tierwelt, ist es auch ein Tier-und Vogelreservat ist.

 

Photo by: Kovács Szilárd

 

Feketić (ung.Bácsfeketehegy) liegt in der Gemeinde Mali Iđos. Bereits Ende des 16. Jahrhunderts wurde sie als “schwarzer Berg” erwähnt und erst während der türkischen Herrschaft erschien der Name Feketić. Das wichtigste Merkmal des Dorfes ist die früh reifende Sauerkirsche. Aus der Frucht wird Marmelade, Konfitüre, Eingemachtes, Saft, Sirup und Schnaps (ung.pálnika) hergestellt. Die Schnapshersteller organisieren gerne Degustationen.

 

Photo by: Stara Moravica Serbia

 

Stara Moravica (ung. Bácskossuthfalva) liegt in der Gemeinde Bačka Topola. Es ist weitgehend eine ungarische Siedlung. In diesem Dorf befindet sich eines der zwei Denkmäler von Kossuth Lajos. Die Ereignisse, die den Schriftsteller Kálmán Mikszáth zu seinem Roman “Der Fall der jungen Nostia mit Mari Toth” inspiriert haben, spielten sich hier in Stara Moravica ab. Die im Roman erwähnte Kneipe “Zlatni fazan” wurde noch 1990 unter dem Namen “Zlatno bure” betrieben, heute ist dieses Gebäude eine Bäckerei. Das Haus der Familie von Tóth Mari aus dem Roman, in Realität das Haus der Baron-Familie Ungar, ist in der Hauptstraße, in der “Pačirski put”-Straße. Ein Flügel des Hauses wurde abgerissen, der andere große Flügel wurde dank der Baptistenkirche bewahrt und seine Schönheit kann man noch heute bewundern. Heute ist hier eine Baptistenkirche. Unterkünfte für Touristen sind im Gästehaus und im Jagdhaus zu finden.

 

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Pačir (ung. Pacsér) befindet sich in der Ortschaft Bačka Topola an den nördlichen Hängen der Telečka-Hochebene, am Ufer des Krivaja-Flusses. Während der Besiedlung dieser Gegend zu Beginn des XX. Jahrhunderts wurde unter der Siedlung Thermalwasser entdeckt. 2014 wurde um den künstlichen See ein Bad gebaut und ein überdachter Teil hinzugefügt. Weitere Erweiterungen sind ebenfalls geplant. Das 72-Grad-Celsius warme Wasser kühlt im Seebett auf 28-32 Grad ab. Das Wasser hat einen hohen Salzgehalt, seine therapeutische Wirkung erhöhen noch zusätzlich Lithium, Jod, Brom, Fluor und Schwefel.

 

Photo by: Termalna Banja Pačir

 

Tornjoš (ung. Tornyos) befindet sich in der Gemeinde Senta. Bereits im Jahr 1479 war sie eine blühende Siedlung, die während der türkischen Besatzung entvölkert wurde.  Tornjoš ist die einzige Siedlung in der Gegend, die nach der Schlacht bei Mohács nicht zerstört wurde, aber die Steuerregister bezeichneten diesen Ort als verlassenen Ort. Irgendwann zu dieser Zeit floh ein selbst ernannter Prophet, später Kaiser Namens Jovan Crni, nachdem er verwundet wurde, nach Tornjos, wo aber der Feudalist Valentin Terek aus Subotica ihn enthauptet hat. Im Dorf gibt es ein Ethnohaus, wo alte Gegenstände und Dingen ausgestellt sind, die das frühere Dorfleben darstellen.

 

Photo by: Turistička organizacije opštine Senta

 

Kupusina, auf ungarisch “Bácskertes”(Batschka-Garten), erhielt diesen ungarischen Namen, da seine Einwohner sich hauptsächlich mit Gärtnerei befassen. Sein ursprünglicher Name stammt von der besiedelten slowakischen Bevölkerung. “Kupus” bedeutet auf Serbisch Kohl. In der Siedlung ist noch heute die Volkstradition erhalten: die ursprüngliche Volkstracht aus dem ungarischen Sprachgebiet – das sind mehrere Schichten Röcke, dann die Farbwelt der Palóczen, aber auch der Einfluss der Deutschen aus der Batschka charakterisieren ihre einzigartige Volkstracht, die noch heute ein Teil ihres alltäglichen Lebens ist. Die vielseitigen Hochzeiten voller alten Volksbräuche gelten für äußerst wichtige Familienfeste; charakteristisch für das Dorf ist auch der mittelalterliche Paloczen Dialekt, das durch zahlreiche Volkslieder aus der Vojvodina, Volksballaden und Volksgebete der religiösen Bevölkerung erhalten geblieben ist. Kupusina hat in der Vojvodina die meisten Heiligen Denkmäler. Gegenstände, die an das damalige Dorfleben erinnern, findet man im Dorfmuseum und die Tanzbräuche werden von Folklortanzgruppen gepflegt..

 

Photo by: Értéktár

 

Bački Monoštor (ung. Monostorszeg) ist ein Dorf in der Gemeinde Sombor, die hauptsächlich von Kroaten (Šokci) bewohnt ist. Im Grenzgebiet des Dorfes befindet sich der Wald “Kozara”, der zahlreiche Jäger und Prominente, die sich nach Erholung sehnen, anzieht. Unter den Prominenten sind z.B. auch Ralf Schuhmacher und auch der ehemalige jugoslawische Präsident Josip Broz Tito, der sich am Waldrand eine Ferienvilla gebaut hat. Das lokale Ethnohaus ist nicht nur ein Ausstellungsort, sondern bietet den Touristen auch Übernachtungsmöglichkeiten an und charakteristische Spezialitäten können auf Bestellung zubereitet werden

 

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Doroslovo (Doroszló) befindet sich in der Gemeinde Sombor. In Doroslovo befindet sich der heilige Brunnen, einer der größten Pilgerorte in der Vojvodina. Neben dem Bach “Monostong” befindet sich ein kleiner Brunnen und um sie sind die Überreste der ehemaligen Kirche und des Klosters zu finden. Der Brunnen war bereits im Mittelalter ein beliebter Wallfahrtsort. 1792 hat sich ein Bewohner des Dorfes Bogojevo die Augen im Brunnenwasser gewaschen und sein Augenlicht zurückgewonnen. Seither sind ca. 80 Wunder am Heiligen Brunnen passiert.

 

Photo by: Értéktár